Das Kreuz mit dem Kreuz

Nachdem der ‚heilige Abend‘ und die ‚Drei Könige‘ glücklich an uns vorübergegangen sind, können wir nun grundlegende Themen ansprechen.

Etwa das Verhalten der #ÖVP in den letzten Tagen des Jahres 2025

 

An den ‚christlichen‘ Feiertagen geht es bekanntlich nicht um christliche Botschaften, sondern in erster Linie um die Umsatzzahlen des Einzelhandels und der Online-Geschäftemacher. Keinesfalls haben die Tage mit Nächstenliebe, Toleranz und Frieden zu tun. Beweise dafür liefert nicht nur Putin, der mit christlich-orthodoxem Segen in der Ukraine Menschen ermordet, es reicht schon der Blick auf die heimische Politik. Eine Ministerin für Integration postet da folgenden Text:
‚Wusstest du, dass zwei Drittel das Zusammenleben mit Muslimen als schwierig empfinden?‘

Das klingt nach #FPÖ, ist aber von der so genannt christlichen ÖVP. Innenminister Karner, ehemaliger Bürgermeister von Texingtal und damals Betreiber des Dollfußmuseums, in dem man dem austrofaschistischen Kanzler huldigen konnte, findet die Aussage wissenschaftlich fundiert und sensibel.

Nun könnte man ergänzen, liebe ÖVP:
Wusstest Du, dass zwei Drittel sich eine Erbschafts- und Vermögenssteuer wünschen?

Egal, genug der Logik, wenden wir uns wieder den ‚christlichen‘ Politikerinnen und Politiker zu.
Auch der oberösterreichische Landeshauptmann Stelzer hat eine ‚christliche‘ Botschaft an das Volk: ‚Ja zum Kreuz in Schulen und öffentlichen Gebäuden‘ sagt er händeringend in die Kamera. Unsere Identität wird nämlich, so meint er, durch das Kreuz ausgedrückt.

Werter Herr Landeshauptmann!
Meine österreichische Identität wird nicht durch das Kreuz, sondern höchstens durch die Sozialdemokratie ausgedrückt. So sehr ich Jesus Christus bewundere und verehre, so sehr ist mir die katholische Kirche – und auch die orthodoxe – kein Vorbild. Mit Jesus haben beide wenig zu tun. Mehr schon mit Kindesmissbrauch, Ermordung indigener Völker, Folterungen durch Inquisition, Hexenverbrennungen und vielen anderen Grauslichkeiten.

Alles Ereignisse, die etwa mit der Sozialdemokratie nichts zu tun haben. Ihre Mitglieder haben nicht getötet, sondern Wohnungen für Arme errichtet, Spitäler und Schwimmbäder gebaut und das Gemeinwohl gefördert. Darum wären die drei Pfeile der #SPÖ für Klassenräume geeigneter als Kreuze.

Das Kreuz gehört nicht zu den Grundfesten Österreichs!
Sehr wohl aber die sozialen Errungenschaften. Und die sind, Pardon, nicht auf den Feldern der ÖVP gewachsen.

Auf ein Jahr 2026, in dem solche Unsinnigkeiten wie die von Plakolm und Stelzer nicht mehr vorkommen.
Ihr/euer
Erich Ledersberger

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Wir sind so lieb, du Arschloch!

Eine der vielen seltsamen Erscheinungen in den unsozialen Medien ist einerseits die Lieblichkeit, mit der miteinander umgegangen wird.
So hässlich kann kein Foto sein, dass nicht alle es mit freundlichen Worten begleiten.

 

Von #süß bis ‚wunderschön‘ und ‚toll siehst du aus‘ gibt es niemals einen Hauch von Kritik. Ein permanentes Weihnachten.
Ich spüre immer das Verlangen, Fotos zu kommentieren mit ‚grausliches Foto‘ oder ‚sowas von hässlich‘, habe das aber unterlassen. Womöglich hätte ich einen Sturm der Entrüstung geerntet, neudeutsch ‚shitstorm‘ genannt.

Andererseits gibt es Kommentare, die an Scheußlichkeiten nicht zu überbieten sind. Es genügt beispielsweise bereits die Nennung eines Politikers, in #Österreich etwa von Andreas #Babler, schon geifern Menschen aller Art gegen ihn.

Unter internationalen Kläffern ist der Konflikt #Israel und #Gaza derzeit sehr beliebt. Dort sind mal die einen, mal die anderen #Faschisten, besonders gerne von Menschen vorgebracht, die niemals dort gewesen sind.

Ich werde keine weiteren Beispiele nennen, jeder und jede kann überprüfen, wie der Mob – laut Lexikon übersetzt mit ‚aufgewiegelte Volksmenge, die destruktive Ziele ohne Diskussionen verfolgt‘ – reagiert, wenn er sich jeglicher Kontrolle entzogen fühlt.

Als gutgläubiger Mensch – ‚Der Mensch ist gut, die Geschäfte (und die Politik) machen ihn schlecht‘ – hoffe ich, dass jene schlecht erzogenen Schreiberlinge das alles nicht sagen würden, wenn sie dem Menschen von Antlitz zu Antlitz gegenüberstünden. (Vielleicht irre ich mich auch.)

Auf der einen Seite also ‚süßi-süßi‘ und auf der anderen Seite ‚die gehören alle weg‘.

Alles da in den (un)sozialen Netzen, nur nicht die Wirklichkeit.
In der nämlich plagen sich die einen, während die anderen genießen. Damit die einen nicht auf die Idee kommen, den anderen etwas wegzunehmen, teilen Medien und gewisse Politiker sie in Flüchtlinge, Farbige, Ausländer usw.
Dabei ist das Einzige, was polarisiert:
Der Unterschied zwischen Reich und Arm.

Die Medien sind anderer Meinung. Sie erfinden neuerdings sogar unterschiedliche Generationen, die gegeneinander kämpfen! Generation Z gegen Boomer und Generation X gegen Y oder sonst eine Erfindung.

Dann haben wir da noch die Rassisten, die keine Ahnung davon haben, dass es innerhalb der Menschen gar keine Rassen gibt, aber die dennoch Schwarze, Weiße, Rote und Gelbe dafür halten.

Neue Feindbilder werden ständig erfunden, damit die Welt so bleibt, wie sie ist:
Wenige da oben, wir hier unten.

Übrigens: Fein, dass #Australien die unsozialen Medien für Menschen unter 16 Jahren verbietet.

Einen schönen Advent euch allen
Erich Ledersberger

Manns-Bilder

Wäre ich ein #Rassist, würde ich sagen, alle Männer sind minderwertig, rückständig und von geringer Intelligenz.

Als toleranter Mensch versuche ich, das Mannsbild zu verstehen. Eine schwierige Aufgabe.

 

 

Vorwärts in die Steinzeit!

Wann immer ich Bilder von kriegerischen Menschen sehe, sind es Männer, die herrschen. Ob es um den Sturm aufs Kapitol geht oder um die Vernichtung des ‚Feindes‘, so nennt mann neuerdings andere Menschen, ob es um #Gaza geht oder um die #Ukraine; ob im #Iran oder im #Jemen; ob in Srebrenica oder in der Türkei; ob in Russland oder den USA; ob im Sudan oder in Afghanistan – und die Liste ist leider nicht vollständig.

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Hicks, Hack und Spoiler

Nicht wichtig.
Oder doch?

„Ändere deine Sprache und du änderst deine Gedanken.“

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“

 

 

Speakerin und andere Seltsamkeiten

Und diese Welt wird immer kleiner und provinzieller. In der angeblich seriösen Zeitung #ZEIT las ich von einer Frau, die von Beruf „Speakerin“ war.

Es handelte sich offenbar um eine Rednerin, also einen Menschen, der irgendwo auf offener Bühne etwas sagt. Das kann klug sein, meistens ist es eher, naja, nicht ganz so gescheit. Mir ist klar, dass eine „Speakerin“ sogar zu einer „Key-Note-Speakerin“ aufsteigen kann.

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